Beziehungskick statt Belastungsprobe // Unsere Weltreise als Paar

Verliebtes Reisepaar am Strand

Trotz vorheriger Panikattacke, bin ich wieder zurück ins Wasser…
Wäre ich alleine gewesen, wäre ich danach sicher auf dem Boot geblieben. Wahrscheinlich wäre ich gar nicht erst rein gesprungen.
Ja, auch wenn es für viele vielleicht nicht nachvollziehbar ist – Schnorcheln gehört definitiv zu einem der vielen Dinge, außerhalb meiner persönlichen Komfortzone. Wie wichtig es ist, ab und zu mal seine imaginären Grenzen zu überschreiten, habe ich ja schon in Raus aus der Komfortzone, rein ins Leben // Trau dich! geschrieben.  Was wir dazu brauchen ist jede Menge Willenskraft.
Während ich meine Willenskraft in solchen Angstmomenten manchmal vergeblich suche, kann ich mich darauf verlassen, dass mein Freund sie findet.  – Das war eins dieser Dinge, die ich auf unserer gemeinsamen Reise gelernt habe. Etwas, das uns nach 5 Jahren Beziehung noch ein Stückchen näher zusammengebracht hat.

„Sind wir für eine Weltreise als Paar geeignet?“

Diese Frage ging mir vorher nicht nur einmal durch den Kopf. Auch noch nach der Entscheidung, der Flugbuchung und der Fahrt zum Flughafen, war ich mir nicht sicher, ob wir für eine Weltreise als Paar geeignet sind.
Warum ich mir da so unsicher war?
Weil wir komplett verschieden sind. Ich bin ein geborener Weltenbummler, mein Freund eher derjenige, der schnell Heimweh bekommt und das gewohnte Umfeld vermisst.  Ich bin ein Träumer, er ein Realist. Ich habe immer große Erwartungen und habe in meinem Kopf schon alles bis aufs kleinste Detail durchgeplant, er lässt es einfach auf sich zu kommen. Und so weiter und so fort ….
Während der Reise ist mir aber aufgefallen, dass das alles kein Problem ist.
Das meiner Meinung nach wichtigste ist, dass man schon vor so einer Langzeitreise eine stabile Beziehung hat. Eine Beziehung, die nicht bei jedem kleinen Streit gleich vor dem Aus steht. Ich finde es ist nicht wichtig, wie lange man schon zusammen ist, aber man sollte sich gegenseitig vertrauen können und bereit sein auch mal Kompromisse einzugehen.
Verschieden sein, kann wie zu Hause auch, sogar von Vorteil sein. In der einen Situation ist meine Art die, die uns weiter geholfen hat, in der anderen Situation seine.

Was für Andere eine Belastungsprobe ist, war für uns ein Beziehungskick

Ein halbes Jahr 24 Stunden am Tag „aufeinandersitzen“ mag für manche eine Belastungsprobe sein. Für uns war es einfach nur schön.
Klar, geht man sich auch mal gegenseitig auf den Keks. Das ist denke ich ganz normal. Aber so im Großen und Ganzen meine ich :-)
Was gibt es schöneres, als jeden Tag mit dem Menschen zu verbringen, den man liebt? Jeden Morgen nebeneinander aufzuwachen, gemeinsam zu frühstücken, alle Erlebnisse und Erfahrungen zu teilen, zusammen Entscheidungen zu treffen und sich immer gegenseitig unterstützen zu können? Zuhause hatte ich manchmal sogar das Gefühl, dass wir uns im Alltag schneller voneinander entfernen. Jeder geht auf seine Arbeit, verbringt Zeit mit anderen Menschen, geht seinen Hobbies nach und wenn wir dann abends nach Hause kamen und gemeinsame Zeit hatten, haben wir die meistens auf dem Sofa verbracht.  Die Reise hat uns verbunden. Alles Gewohnte war auf einmal weg. Wir hatten nur noch uns. Und das Besondere: Jeder Tag war ein Erlebnis, das wir teilen konnten.

„Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt“

Natürlich hatten wir auch Tage, an denen gar nichts gelaufen ist. Oft hatten wir schlechte Laune vor Hunger und noch schlechtere Laune wenn es dann nicht mal geschmeckt hat. Jede Menge Situationen, in denen wir von der „Touristenmafia“ ausgebeutet wurden. Schlechtes Wetter, das uns einen Strich durch die Tagesplanung gemacht hat. Schlaflose Nächte in einem kleinen Mietwagen, auf einem hell beleuchteten Parkplatz ohne Toilette. Betten, die so unbequem waren, dass wir lieber auf dem Boden geschlafen haben, elendig lange Wartezeiten oder Busfahrten mit Todesangst.
Aber in jeder Situation, vor allem in den nicht so schönen, haben wir uns ein Stück besser kennengelernt. Gelernt uns gegenseitig zu beruhigen und das Beste daraus zu machen.

Verliebtes Reisepaar auf dem Dach des Campers mitten in New Mexico.

Wie die Reise unsere Vision von der Zukunft verändert hat

In der Heimat bleiben? Eigentum kaufen? Oder doch lieber flexibel bleiben? Dauerreisen und von unterwegs arbeiten? Komplett auswandern? Sicheren Job behalten oder für eine Reise kündigen? Sicherheit oder Freiheit? Oder geht auch beides?
Das waren ein paar grundlegende Fragen, die mir vor unserer Reise quasi ständig durch den Kopf gingen. Was ist, wenn ich mich falsch entscheide?

Anfang des Jahres habe ich mich zusammen mit meinem Freund für die „Freiheit auf Probe“ entschieden. Unsere Jobs haben wir gekündigt, die Mietwohnung aufgegeben und die meisten unserer Möbel verkauft. Wir wollten einfach mal aus dem Alltag raus, jeden Tag selbst entscheiden können auf was wir Lust haben und herausfinden, wie wir unser Leben überhaupt leben wollen.

Ich habe angefangen mich viel mit mir selbst zu beschäftigen, herauszufinden, was meine persönlichen Werte, meine Leidenschaften und Visionen von Zukunft sind. Ich habe festgestellt, dass es vielleicht doch möglich ist meine Wünsche zu vereinbaren. Nicht komplett auf Sicherheit oder Freiheit verzichten zu müssen, sondern etwas von beidem zu bekommen.

Auch, wenn wir natürlich nicht wissen, wie unser Lebensweg letztendlich aussehen wird, haben wir nun endlich eine Vision. Die Vision beides zu erreichen – Sicherheit und Freiheit.
Ich sehe mittlerweile alles etwas entspannter, weil ich weiß, dass es möglich ist. Nicht jetzt sofort, aber Schritt für Schritt.
Einer meiner ersten Schritte war die Entscheidung, diesen Blog zu erstellen, auf dem es um alles rund um die Themen Lebensgestaltung und Selbstfindung geht. Ich nehme dich mit auf meine persönliche Reise, teile meine Erfahrungen, den ein oder anderen persönlichen Tipp und kann dich hoffentlich inspirieren und motivieren, dein Leben auch selbst zu gestalten.

Reisepaar blickt gemeinsam in die Zukunft

Meine 3 persönlichen Tipps, dass eure Reise hoffentlich auch zum Beziehungskick wird

  1. Bei einer Langzeitreise, wirst du sehr wahrscheinlich öfters mal deine persönliche Komfortzone verlassen. Du wirst in solchen Momenten viel mit dir selbst beschäftigt sein. Vergesse auf keinen Fall, dass dein Partner das Gleiche durchmacht. Vielleicht auch in Situationen, die für dich absolut kein Problem sind. Hab Verständnis dafür!
  2. Reden, reden, reden!
    Wenn dich etwas stört, dann redet darüber.
    Mich hat zum Beispiel gestört, dass mein Freund bei Verhandlungen immer so schnell klein Bei gibt. Nachdem wir darüber geredet haben, haben wir beschlossen, dass ich einfach die Verhandlungen übernehme.
    Andersherum hat ihn gestört, dass ich ständig damit beschäftigt war, Fotos zu machen. Nachdem wir darüber gesprochen haben, habe ich die Kamera öfters mal weggepackt, um den Moment gemeinsam genießen zu können. Weil ich das selbst gar nicht realisiert habe, bin ihm mehr als dankbar, dass er das Thema angesprochen hat.
  3. Verteilt Rollen. Wer bucht die Flüge? Wer kümmert sich um die Unterkünfte? Wer schreibt den Reiseblog für die Familie? Wer kümmert sich um Budget und Bankthemen? usw.
    Auch auf der Reise gibt es einiges zu erledigen, und da sollte klar sein, wer für was verantwortlich ist.

Heute, 2 Monate nach der Reise, bin ich einfach nur überglücklich, dass wir uns dazu entschieden haben zu zweit um die Welt zu reisen. Die gemeinsamen Erlebnisse waren für uns definitiv ein Beziehungskick :-)

Mich würde mal interessieren, wie du zu dem Thema Weltreise als Paar stehst. Bist du noch am überlegen, ob du es wagen sollst? Seid ihr schon gemeinsam unterwegs? Oder kommt das für dich vielleicht überhaupt nicht in Frage? Lass mir gerne mal deine Meinung in den Kommentaren da.

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