Liebes Selbstbewusstsein… // Wo bist du, wenn man dich braucht?

Ein Brief mit der Aufschrift "Nachricht an mein Selbstbewusstsein" wird in den Briefkasten geworfen.

Wir eher introvertierten Menschen haben oft ein gemeinsames Problem: Unser Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein suchen wir manchmal leider vergeblich. Das kann in manchen Situationen extrem belastend sein und zu großen Selbstzweifeln führen.
´Kommt dir irgendwie bekannt vor? – Dann möchte ich dir gerne etwas erzählen:

Freitag Abend – Endlich bin ich auf der Party, auf die ich mich schon die ganze Woche gefreut habe. Leider kenne ich noch nicht so viele Leute hier, aber was soll´s – sehen ja zumindest alle mal sehr freundlich aus.
Ich sitze in der Runde und es wird von einem Thema ins Nächste gewechselt – eigentlich ist alles super nett hier– aber irgendwie werde ich nicht warm mit den Leuten… Oder werden sie nicht warm mit mir?

Ja, mir persönlich ging das schon des Öfteren so. Gut, wie man sich wahrscheinlich denken kann, bin ich generell nicht die Person, die alle Aufmerksamkeit auf sich zieht – das will ich auch überhaupt nicht – aber manchmal frage ich mich echt, ob ich überhaupt wahrgenommen werde. Ein Problem, das wahrscheinlich noch mehr introvertierte Menschen hier kennen.

Warum ich das Thema „Selbstbewusstsein“ bzw. eher „Fehlendes Selbstbewusstsein in Gruppen“ anspreche? Ganz einfach, weil es mir sehr am Herzen liegt. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige Person auf Welt sein kann, der es so geht.

Warum fällt es uns so schwer, in Gruppen selbstbewusst aufzutreten?

Während du interessiert zuhörst, kommt auf einmal die Frage „Hey, warum sagst du denn nichts? Erzähl doch mal was!“  Super, jetzt ist sie da die Aufmerksamkeit – von allen am Tisch-  und du würdest gerade nichts lieber tun, als im Erdboden zu versinken.
Eigentlich würdest du dich wirklich gerne mit in das Gespräch einbringen, aber weißt einfach nicht was du sagen sollst.

Gruppen erfordern, dass man sich einfügt. Wenn wir die Menschen nicht kennen, fällt uns das besonders schwer. Vielleicht liegt es daran, dass wir nichts „Falsches“ sagen wollen. Wir haben Angst davor zurückgewiesen zu werden, uns lächerlich zu machen oder als unsympathisch abgestempelt zu werden. Das Problem ist, dass diese Angst dazu führt, dass wir uns selbst blockieren. Wir können in diesem Moment nicht zeigen, wer wir wirklich sind.

Wenn Introvertiertheit zu Selbstzweifel führen

Hast du dich in solchen Situationen schon mal gefragt, ob etwas mit dir falsch ist?
Mir ging es schon so, dass meine Selbstzweifel in diesem Moment so groß wurden, dass ich am liebsten auf der Stelle abgehauen wäre. Ich bin es aber nicht… stattdessen habe ich beschlossen etwas zu ändern. Ich habe das Internet zu diesem Thema quasi leer gelesen, um herauszufinden, wie ich das Problem am besten angehen kann.
Aber bevor ich dir sage, was ich rausgefunden habe solltest du das hier wissen und es dir wirklich zu Herzen nehmen: Introvertiert zu sein ist nichts Schlimmes! Es ist eine Eigenschaft, die dich ausmacht. Es macht keinen Sinn zu versuchen auf einmal extrovertiert zu sein. Das bist nicht DU.
Wir müssen lernen, uns selbst so zu akzeptieren wie wir sind. Aber natürlich schadet es keinem sein Selbstbewusstsein zu trainieren – ohne gleich zu der Person werden zu müssen, die immer im Mittelpunkt steht.

Wie können wir unser Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein trainieren?

Du willst von anderen anerkannt und gemocht werden? Dann musst du dich zuerst einmal selbst anerkennen und mögen.
Ich habe mir mal eine Liste gemacht, in die ich alle Eigenschaften und Charakterzüge aufgeschrieben habe, die mich meiner Meinung nach ausmachen. Warum? Ich wollte mir einfach mal vor Augen führen, wer ich bin. – Ein Bewusstsein für mein eigenes Ich entwickeln, um mir klar und deutlich zu machen, was genau ich überhaupt an mir akzeptieren muss.

Höre auf dich selbst klein zu machen und dir einzureden, dass etwas mit dir nicht in Ordnung ist. Fange an dich selbst besser zu behandeln. Sende dir positive Nachrichten und steigere dein Selbstwertgefühl.

„Ich bin mit mir zufrieden, egal was kommt“

Frage dich, was du gut kannst. Worauf bist du stolz?
Je mehr wir von unseren Fähigkeiten überzeugt sind, umso mehr glauben wir an uns selbst und strahlen Selbstvertrauen aus. Selbstvertrauen ist die Basis eines gesunden Selbstbewusstseins.

Meine persönlichen Tipps, um dein Selbstbewusstsein in Gruppen zu trainieren

Die nächste Party, das nächste Meeting oder sonstige unangenehme Gruppensituationen werden kommen. Deswegen habe ich ein paar Tipps zusammengetragen, wie das Selbstbewusstsein in Gruppen trainiert werden kann:

  • Setze dich regelmäßig Gruppensituationen aus!
    Melde dich zum Beispiel in einem Verein bei einem Gruppensport an oder nehme an Workshops und anderen Veranstaltungen teil.
  • Nehme dir ein paar Minuten Zeit und rede dir gut zu. Mache dir die Dinge, die du gut kannst nochmal bewusst und glaube an dich.
  • Nutze meine Lieblings Anti-Sorgen-Strategie: Frage dich, was das schlimmste ist, das passieren könnte. Sei ehrlich zu dir, akzeptiere es und rechne damit, dass es so kommen könnte. So kann es später nicht schlimmer kommen, als du sowieso schon damit rechnest.
    Frage dich, was du machen kannst, falls deine schlimmste Sorge wahr wird – meistens gibt es eine ganz einfache Lösung, die dir einfallen wird, wenn du in Ruhe darüber nachdenkst.
  • Versuche erst mal mit einer Person ins Gespräch zu kommen. Mache ihr/ihm vielleicht einfach mal ein Kompliment für das tolle Outfit.
  • Üben, üben, üben.
    Zwinge dich zum Reden! Auch wenn es erst mal nur eine kleine Frage ist, die du stellst. Es könnte der Anfang von einem tollen Gespräch sein.

Fällt es dir auch schwer dich in Gruppengespräche zu integrieren? Mich würde mal interessieren, welche Erfahrungen du damit gemacht hast.
Falls du noch den ein oder anderen Tipp hast, wie wir unser Selbstbewusstsein trainieren können, lasse ihn gerne in den Kommentaren da 😊

PS: In meinem Artikel Was will ich eigentlich? findest du einige Fragen, die dir dabei helfen sollen, dich selbst besser kennen zu lernen. Erstellst du zusätzlich noch die oben erwähnte Liste mit deinen persönlichen Eigenschaften und Charakterzügen, steht dir nichts mehr im Weg ein Bewusstsein für dein eigenes Ich zu entwickeln.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade  zum Thema aktive Persönlichkeitsentwicklung von Quality Lifestyle teil.

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